Technische Gebäudeausstattung im Holzmodulbau

Nachhaltig gedacht. Modular geplant. Zukunftssicher umgesetzt.

Der modulare Holzbau stellt besondere Anforderungen an die technische Gebäudeausstattung (TGA) – insbesondere dann, wenn Gebäude im Mietmodell mit Laufzeiten ab fünf Jahren realisiert werden.

Während Lebenszyklusanalysen (LCA) Gebäude üblicherweise mit einer Standzeit von 50 Jahren betrachten, bedeutet dies bei modularen Mietlösungen potenziell einen mehrfachen Ab- und Wiederaufbau. Aus diesem Grund müssen die gewählten Systeme nicht nur langlebig, sondern auch mehrfach transportier- und remontierbar sein – ohne Qualitätsverlust.

Dabei spielen nicht nur die entsprechenden Hersteller und Fabrikate mit den notwendigen Qualitäten in Bezug auf Abmessungen, Gewicht, Transportierbarkeit usw. eine große Rolle, sondern ebenfalls die vorzusehende Konnektivität an andere Systeme.
Parallel dazu müssen auch die normativen Regelwerke, die nicht immer eine zwingende Ausführungsvorgabe darstellen, beachtet werden. Wenn man z. B. von den Normen abweichend agieren möchte, weil es die sinnvolle Konzeptionierung des Modulbaus erforderlich macht, ist gute dokumentierte Kommunikation mit dem Kunden notwendig, um spätere Fragen vorzubeugen.

Technische Planung im Zeichen der Modularität

Für unsere standardisierten Module gelten klare Prämissen bei der Auswahl von Fabrikaten und Systemen:

  • Vorrüstbarkeit
  • Langlebigkeit und Robustheit
  • Transportfähigkeit
  • Systemtrennbarkeit bei Standortwechsel
  • Wartungsfreundlichkeit
  • Wirtschaftlichkeit im Betrieb

Da die Module im Mietkonzept Eigentum der mobispace® GmbH bleiben, werden auch Themen wie Ersatzteilverfügbarkeit und Nachbeschaffung von Beginn an mitgedacht.

Gleichzeitig berücksichtigen wir normative Regelwerke sorgfältig. Wo modulare Konzepte eine Abweichung von Standardlösungen sinnvoll erscheinen lassen, setzen wir auf transparente, dokumentierte Abstimmung mit unseren Kunden.

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Wasserloses Heizkonzept mit dezentraler Wärmepumpenlüftung

Für unsere Schulmodule haben wir uns bewusst gegen ein zentrales wassergeführtes Heizsystem entschieden.

Stattdessen setzen wir auf dezentrale Wärmepumpenlüftungsanlagen, die:

  • Heizen und Lüften kombinieren
  • Ohne umfangreiche Kanalsysteme auskommen
  • CO₂- und Temperaturwerte als Regelgröße nutzen
  • Mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung arbeiten

Der Verzicht auf großflächige Kanalsysteme reduziert die Bauteilhöhen deutlich und vereinfacht den Rückbau. Die komplette Anlage verbleibt im Raummodul und wird bei Standortwechsel lediglich elektrotechnisch getrennt – alle anderen Komponenten bleiben im Modul integriert.

In Modulen, bei denen keine Wärmepumpen-Lüftung vorhanden sind, wie bei Fluren und Nebenräumen, kommen Infrarotheizkörper zum Einsatz.
Die Sanitärräume verfügen über dezentrale Zu- und Abluftanlagen, die mit einem elektrischen Heizregister ausgestattet sind, um die Raumluft zu temperieren.

Alle Lüftungsanlagen sind mit einem guten Wärmerückgewinnungs-System ausgestattet.

Trinkwasser: So viel wie nötig – so wenig wie möglich

Der konsequente Verzicht auf wassergeführte Heizsysteme war für uns der Anlass, auch das Trinkwasserkonzept grundlegend zu hinterfragen und neu zu strukturieren.

Wasserentnahmestellen werden ausschließlich dort vorgesehen, wo sie funktional zwingend erforderlich sind.

Das Ergebnis:

  • Deutlich reduzierte Rohrleitungsnetze
  • Weniger Verbindungsstellen und potenzielle Schwachpunkte
  • Minimierte Hygienespülstrecken
  • Reduzierte Wassermengen im Rohrsystem

Gemäß den Vorgaben des DVGW müssen in öffentlichen Gebäuden stagnierende Wasserstrecken alle 72h vollständig ausgetauscht werden, um höchste Trinkwasserhygiene sicherzustellen.

Durch die gezielte Reduzierung des Leitungsnetzes sinkt der betriebliche Aufwand deutlich – sowohl im laufenden Betrieb als auch im Fall einer Demontage und Remontage an einem neuen Standort. Gleichzeitig minimieren wir potenzielle Trenn- und Wiederverbindungsstellen im System und erhöhen damit die technische Sicherheit über den gesamten Lebenszyklus.

Elektrotechnik: Vorfertigung mit System

Ein wesentlicher Vorteil des modularen Bauens liegt im hohen Grad der industriellen Vorfertigung.

Bereits im Werk werden:

  • Leitungen Geräteanschlüsse in Wand- und Deckenaufbauten integriert
  • Schalter und Steckdosen fertig montiert
  • Anschlussleitungen vorbereitet

Die Verbindung der Module erfolgt im Flurbereich über Abzweigdosen. Der Gangbereich mit seinem abgehängten Deckensystem fungiert als gebäudelängsseitige Installations- und Verbindungszone.

Mehrmodulige Räume, beispielsweise Klassenräume aus mindestens drei Modulen,  werden über einen eigenen kleinen Unterverteiler gespeist, der die Sicherungsorgane der Beleuchtung, Steckdosen, Jaousieanlage, elektronische Tafel usw. aufnimmt.
Die Einspeisung erfolgt über leistungsstarke Flachleitungen mit wieder lösbaren, systemeigenen Verbindungskästen.

Ein großer Vorteil:
Die Leitungen können, im Falle einer Versetzung der Module, am neuen Standort vollständig wiederverwendet und neu angeordnet werden.

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IT-Infrastruktur: Industrielle Steckverbindungen statt Leerrohrsysteme

Eine durchgehend ungeschnittene Leitungsverlegung vom Klassenraum bis zum IT-Verteiler ist im hohen Vorfertigungsgrad des Modulbaus kaum wirtschaftlich umsetzbar. Ebenso haben sich klassische Leerrohrinstallationen mit nachträglichem Einziehen der IT-Leitungen als material- und personalintensiv erwiesen.

Unsere Lösung ist daher praxisorientiert und montageoptimiert: Wir setzen auf industrielle Steckverbindungen mit geringer Dämpfung, die speziell für leistungsfähige Datenübertragung geeignet sind.

Das Raummodul ist fertig verkabelt und der Anschluss erfolgt über den Flur mit allen anderen Leitungen der anderen Module gemeinsam in einem Kabelstrang zum IT-Verteiler.

Barrierefreiheit: Modular gedacht – vollständig integriert

Barrierefreiheit ist im Bildungsbau kein Zusatz, sondern selbstverständlicher Bestandteil der Planung. Auch hier folgt mobispace® dem Prinzip: funktional, wirtschaftlich und remontagefähig.

Für die barrierefreie Erschließung mehrgeschossiger Module setzen wir auf spezielle Kabinenlifte. Für dieses Liftsystem ist weder eine Unterfahrt noch eine Überfahrt notwendig. Dieses macht den Einsatz des Systems für den modularen Holzbau so interessant.

Der Liftschacht wird bereits im Werk vorgerüstet. Transportfähige Komponenten werden vormontiert, sodass auf der Baustelle lediglich die Kabinenwände und Innentüren eingesetzt und der elektrischer Anschluss erfolgt.

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Entwicklung aus einer Hand

Die technische Gebäudeausstattung unserer Module ist kein Ergebnis einzelner Produktentscheidungen – sie ist das Resultat eines ganzheitlichen Entwicklungsprozesses.

Alle beschriebenen TGA-Konzepte wurden in enger Zusammenarbeit zwischen der mobispace® Entwicklungsabteilung (Architektur und TGA), Herstellern und Holzbauprofis entwickelt, geprüft und optimiert.

Das Ergebnis ist ein technisch durchdachtes, standardisiertes Produktportfolio für den Bildungsbau – flexibel einsetzbar als Miet- oder Kaufobjekt.

Unsere Kunden erhalten:

  • Bedarfsorientierte Gebäudekonzepte
  • Hohe technische Qualität
  • Planungs- und Betriebssicherheit
  • Deutlich verkürzte Realisierungszeiten im Vergleich zu konventionellen Bauweisen
  • Nachhaltige, betriebssichere Gebäudetechnik

Das Ergebnis:

Ein Bildungsgebäude, das nicht nur architektonisch überzeugt, sondern technisch konsequent auf Flexibilität, Qualität und Zukunftsfähigkeit ausgelegt ist.